so*leben e.V.

Kassel

Wohnprojektgründungsgruppe

Unser Selbstverständnis

Wir sind eine Gruppe von Menschen die selbstorganisiert Wohnen & Leben möchten. Wir wünschen uns ein gemeinschaftliches Zusammenleben, das von gegenseitiger Unterstützung und Teilhabe aller Bewohner*innen geprägt ist. Wir möchten gleichberechtigt zusammenleben und für einander Verantwortung übernehmen. Bei uns sollen Menschen barrierearm, also möglichst unabhängig von Einkommen, Herkunft, Alter, sexueller Orientierung oder ihrer körperlichen oder gesundheitlichen Situation leben können. Dabei sehen wir unser Projekt auch als Möglichkeit, gesellschaftliche Alternativen praktisch auszuprobieren. Wir wollen kollektive Lebensräume schaffen und unsere Vorstellung von einem hierarchiefreien Zusammenleben verwirklichen.

Die Bewohner*innen entscheiden im Konsensprinzip um Lösungen zu finden, die von allen getragen werden. Durch regelmäßige kollektive Reflexion von Gruppenprozessen versuchen wir uns für diskriminierendes Verhalten zu sensibilisieren und gemeinsam an der Entstehung eines diskriminierungsfreien Raumes zu arbeiten. Dies äußert sich auch in einem rücksichtsvollen Umgang. Wir tolerieren keine Form von physischer Gewalt.

Unser Wohnen basiert auf der praktischen und organisatorischen Mitgestaltung aller Bewohner*innen. Wir wissen, wie wichtig es ist, dass sich jede*r nach den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen einbringt.

Wir wollen in unserem Projekt ein solidarisches Zusammenleben praktizieren. Alle Bewohner*innen fühlen sich für die aktive Gestaltung des sozialen Miteinanders verantwortlich. Dazu machen wir ein regelmäßiges Sozialplenum, in dem wir unter anderem unsere gruppendynamischen Prozesse reflektieren.

Wir streben die Mitgliedschaft im Mietshäuser Syndikat an. Dadurch wird das Haus dauerhaft dem Markt und damit der Spekulation entzogen und der gemeinschaftliche Umgang mit Wohneigentum gefördert. Haus und Grundstück befinden sich somit nicht in Privateigentum, sondern sind im Besitz der Bewohner*innen, die sie mit ihrer Miete mitfinanzieren. Der Kauf und Erhalt wird auch über viele kleine und große Direktkredite und Bürgschaften von Bewohner*innen, Unterstützer*innen und Initiativen finanziert.

Alles was von den Bewohner*innen gemeinsam genutzt wird, wird auch gemeinsam von ihnen finanziert. Wir wollen Finanzfragen solidarisch lösen und dies auch in unserem Ökonomiekonzept realisieren. Im Alltag möchten wir vieles kollektiv und nachhaltig organisieren und bemühen uns damit um eine ökologische und ressourcenschonende Lebensweise.

Wir sehen uns als aktiven und gestalterischen Teil der Gesellschaft, deshalb mischen wir uns ein, sind in Netzwerken aktiv und gestalten unsere Räume und Lebensweisen kollektiv. Wir wollen Ressourcen für politische und subkulturelle Arbeit in der Stadt und dem Stadtteil zur Verfügung stellen.

Dieses Selbstverständnis wird auch weiterhin von uns diskutiert und überdacht. Es bildet die Basis unseres Zusammenlebens und wir setzen es praktisch, aktiv und gemeinsam um.

(Stand 11.08.2017)

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